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Dr. med. Stefan Bohlen

Facharzt für Neurologie

Seit ich 2002 erstmals im Rahmen meiner Dissertation Menschen kennenlernte, die von der Huntington’schen Krankheit betroffen waren, haben mich immer wieder die Familien beeindruckt. Betroffen – so wurde mir klar – ist letztlich jedes Familienmitglied, ob Genträger oder nicht. Gemeinsam mit diesen Menschen dazu beitragen zu können, die Huntington’sche Krankheit besser behandelbar zu machen, den klinischen „Ausbruch“ eines Tages verzögern oder gar verhindern zu können, ist für mich Ansporn und berufliche Befriedigung zugleich.

Als Wissenschaftler habe ich mich vor allem mit den motorischen Symptomen beschäftigt, die Genträger der HK präsentieren, teilweise ohne dass dies in der klinischen Untersuchung auffiele. Dass sich die hierzu angewandte Technik (Teile des heutigen Q-Motor Assessments) schließlich in einer großen multizentrischen Studie (www.track-hd.net) geeignet erweisen würde, als objektiver Verlaufsparameter für klinische Studien zu dienen und mittlerweile auch in klinischen Studien Anwendung zu finden, war anfangs natürlich nicht absehbar. Für mich ist dies ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig es ist, Ideen konsequent und mit Ausdauer zu verfolgen, mögen sie sich schließlich als hilfreich erweisen oder auch nicht. In Anlehnung an ein gängiges Sprichwort könnte man sagen: Wer nicht forscht, hat neue Erkenntnis schon verspielt.

Das Fach Neurologie hat mich schon während meines vorklinischen Studiums an der Westfälischen Wilhelms Universität Münster begeistert. Hier habe ich mein Studium 2005 auch sehr erfolgreich abgeschlossen. Nach einer kurzen Sommervertretung in Malmö/Schweden und einem Jahr als Forschungsassistent habe ich meine Weiterbildung im Fach Neurologie an der Universitätsklinik Münster (UKM) begonnen und diesen Abschnitt Anfang 2014 abgeschlossen. Anschließend habe ich ein Jahr lang in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des UKM als Weiterbildungsassistent gearbeitet und anschließend die Facharztprüfung im Fach Neurologie abgelegt. Seitdem arbeite ich im Team des GHI als Neurologe.